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Die Idee des Jahres: Solarleuchten, Mini-Drohnen und Entscheidungsfindung per Crowdsourcing

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Martin Dunkelmann

ARTE Creative hat einhundert Persönlichkeiten aus der Kunst- und Kulturwelt gefragt: Was ist die Idee des Jahres? Wir stellen Euch jeden Monat zehn unkonventionelle, radikale und besonders innovative Ideen vor. Eine Idee als Video, neun Ideen in Textform. Keine Visionen oder Utopien, sondern ganz konkrete Produkte, Dienstleistungen und Werke aus der Kunst, Kultur- und Kreativwirtschaft. Und ihr könnt mitmachen: Schreibt uns (#ideedesjahres, #ideedelannee) welche Ideen Euch in diesem Jahr besonders beeindruckt haben! Diese Webserie entsteht in Kooperation mit ZEIT Online

11. "Little Sun" - vorgestellt von Veit Görner, Direktor des Kunstvereins Kestnergesellschaft

"Meine Idee des Jahres ist das soziale Kunstprojekt Little Sun. Es handelt sich um Solarlampen enwickelt von Olafur Eliasson und Frederik Ottesen. Besonders gelungen daran sind die nachhaltigen Vertriebsstrukturen. Denn durch den Verkauf in westlichen Ländern, wird der Vertrieb in den ruralen Gegenden Afrikas unterstützt. Dabei werden nicht nur Arbeitsplätze geschaffen, sondern auch Bildung, Sicherheit Gesundheit und Handel gefördert." – Veit Görner, Direktor des Kunstvereins Kestnergesellschaft in Hannover

12. "Spritz" - vorgestellt von Holm Friebe, Geschäftsführer der Zentralen Intelligenz Agentur

"Dass die Digitalisierung das Lesen verändern würde, war irgendwie abzusehen. Aber dass sich für die neuen Devices eine Abkehr von der flächigen Textform hin zu einem stroboskopartigen Worttunnel als überlegen erweisen könnte, hat mich dann doch gepuzzelt – und leuchtet sofort ein. Insofern ist Spritz meine Idee des Jahres, mit der es mir vielleicht auch endlich mal gelingen wird, ein Buch zu ende zu lesen." – Holm Friebe, Autor, Trendforscher, Zentrale Intelligenz Agentur

13. "Crowdpilot" - vorgestellt von Kyle McDonald, Künstler

"Crowdpilot von Lauren McCarthy ist die Idee des Jahres, weil es eine völlig neue Plattform zur Lebensführung bietet. Dienste wie Facebook und Twitter haben den sozialen Umgang im Alltag verändert, und Tools zur Entscheidungsfindung per Crowdsourcing, so wie Crowdpilot, könnten unsere Verhaltensweisen im gleichen Maße verändern. In den kommenden Jahren wir es garantiert intelligente Crowdsourcing-Apps geben, die das Leben interessanter gestalten und Probleme lösen können, die uns früher unüberwindbar erschienen. Crowdpilot ist der erste Schritt in diese Richtung."  – Kyle McDonald, Künstler

14. "AquaOmnes" - vorgestellt von Thomas Fauvel, Berater bei der Innovation IDF

"97,5 % des Wasservorkommens auf der Erde ist Salzwasser, und von den restlichen 2,5 % Süßwasser sind dem Menschen nur 3 % zugänglich. Es gibt etwa zehn verschiedene Verfahren zur Meerwasserentsalzung, doch nur drei davon produzieren 95 % des weltweit entsalzten Wassers.  Alle Verfahren verbrauchen sehr viel Energie (Druck, Wärme), die 25 bis 50 % der Kosten von entsalztem Wasser ausmacht. Das von der Firma Adionics SAS getragene Projekt AquaOmnes® stellt ein Meerwasserentsalzungsverfahren vor, das energiesparender ist als die bisherigen Techniken und den Zugang zu entsalztem Wasser demokratisieren soll. Statt aus dem Meerwasser das Wasser herauszufiltern, filtert sie das Salz hinaus. Denn natürlich ist es einfacher, nur 3 % der Materie (das Salz) als die 97 % Wasser zu bewegen, die normales Meerwasser (36 g/L) enthält. Dieser bionische Ansatz ahmt eine Technik nach, die es in der Natur schon seit dem Aufkommen der ersten Lebensformen in Brackwasser vor rund 3 Milliarden Jahren gibt. AquaOmnes® funktioniert mit dem normalen Luftdruck und sehr wenig zugeführter Wärme." – Thomas Fauvel, Berater, Innovation IDF

15. "Alte Kasernen für Flüchtlinge bewohnbar machen" - vorgestellt von Mathhias Lilienthal, Programmdirektor des Festivals Theater der Welt 2014

"Ich hätte eine super Idee. Mannheim und Heidelberg haben in den zurückgelassenen Kasernen Platz für 70.000 Menschen. Ich habe 70.000 Tausend syrische Freunde. Da passt doch was zusammen. Mannheim hat ja am Ende des Dreißigjährigen Kriegs 70.000 Hugenotten aufgenommen. Die Syrer sind die Hugenotten von damals." – Matthias Lilienthal, Programmdirektor des Festivals Theater der Welt 2014, neuer Intendant der Münchner Kammerspiele

16. "Variationen von Kapital" - vorgestellt von Nasan Tur, Künstler

"Die Idee des Jahres ist vielleicht meine Arbeit "Variationen von Kapital", die Sie im Video  sehen können. Die Idee ist, aus dem Wörtchen „Kapital“ das meiste Kapital zu schlagen. Ich mag das Projekt, weil es kritisch ist und die Rolle des Kapitals hinterfragt, aber auch die Rolle des Künstlers, des Kunstmarkts und der Kunst an sich."  Nasan Tur, Künstler

17. "Unwarranted Surveillance" - vorgestellt von Golan Levin, Künstler

"Mein Vorschlag für die Idee des Jahres ist die "Unwarranted Surveillance" (ungerechtfertigte Überwachung) durch die amerikanische Sicherheitsbehörde, die U.S. National Security Agency. Eine Auflistung bekannter Programme finden Sie hier." – Golan Levin, Künstler

18. "Power the Pott" - vorgeschlagen von Sabine Himmelsbach, Direktorin des Haus für Elektronische Künste

"Am liebsten würde ich das Projekt "The Algae Opera" von Michael Burton und Michiko Nitta vorschlagen, aber es wurde bereits 2012 realisiert. Eine Variante wären dann allerdings die "New organs of creation" von 2013. Und hier noch ein weiterer Vorschlag: "Power the Pott" der Künstlergruppe Reinigungsgesellschaft. Finde ich eine gelungene Verknüpfung von nachhaltigen Strategien für die Zukunft, Beteiligung von Besuchern und einer Portion Humor. Leider auch schon aus dem Jahr 2012 ist das Projekt "Ethnototanical Station" von Neighbourhood Satellites (Myriel Milisevic und Amy Franceschini). Und auch auf das Projekt Sim Gishel von Karl Heinz Jeron wollte ich auch noch hinweisen, aber das ist ja sicher bekannt." – Sabine Himmelsbach, Direktorin des Haus für Elektronische Künste, Basel

19. "Ausstellung Laws of Form" - vorgeschlagen von Michael Riedel, Künstler

"Vielen Dank für Ihre Anfrage. Doch wie kommen Sie darauf, dass es für mich interessant sein könnte meine Ideen bei Ihnen "abzuspeichern"? Zumal ja noch nicht mal fest steht, ob eingereichte "Jahresideen" es tatsächlich auf Ihre Festplatte schaffen oder vorab von einer mir unbekannte kreativen Instanz ausgesiebt werden, deren Ideen wiederrum es vielleicht auch nicht unter die ersten 10 schaffen würden. Mir ist schon klar um was es geht, doch leider kann ich Ihnen dabei nicht helfen. Wenn Sie entschiedener vorgehen wollen, kann ich Ihnen meine Ausstellung im Palais de Tokyo (Paris) anbieten, die am 24. April 2014 eröffnet. Oder auch die Ausstellung "Laws of Form" in der Galerie David Zwirner in London. Davon müssten Sie sich aber selbst ein Bild machen." – Michael Riedel, Künstler

20. "Ornithopter" - vorgeschlagen von Laurence Rilly, Redakteurin ARTE Creative

"Im Jahr 2008 wurde der DelFly Micro, 10 Zentimeter groß und 3,07 Gramm schwer, ins Guiness Buch der Rekorde aufgenommen, als "kleinstes Flugobjekt mir Kamera". Sein großer Bruder ist gerade erschienen: ein Ornithopter, 28 Zentimeter und 16 Gramm, der über eine eigene Batterie verfügt, und damit ganze neun Minuten fliegen kann, und einem Algorithmus, der es im ermöglicht Hinterdnisse zu identifizieren und zu vermeiden. Diese "Libelle" wurde an der Technischen Universität im niederländischen Delft entwickelt. Auch wenn dieses Projekt noch nicht an der Schwelle zur Kommerzialisierung steht, lässt es bereits viele Sorgen, Hoffnungen und Diskussionen erahnen, die das Thema Drohnen bereits seit Jahren begleiten.  Laurence Rilly, Redakteurin ARTE Creative

Weitere Ideen: 
Die Ideen des Jahres 1-10: Kaffee-Kraftstoff, Edward Snowden und ein twitternder Dachs...

Credits:
Video-Produktion: Martin Dunkelmann, Musik: https://soundcloud.com/akia. In Kooperation mit: ZEIT Online.