TRANSLANTICS (5)

Translantics #5 - Ghosting

Bild des Benutzers st-creative@arte.tv
ARTE Creative

BB (Britta Thie) fühlt sich erschöpft nach der Party in der "HateBox". Eine Nacht voller KeyWords, aber ohne wirkliche Verbindungen. Mit dem Zug fährt sie nach Hause, in die nordrheinwestfälische Provinz. Sie fühlt sich wohl im ICE, Licht und Schatten der vorbeiziehenden Bäume streifen sie, und im Bordrestaurant isst sie ein überteuertes Schnitzel, während neben ihr Businessboys auf ihr Iphone hämmern. BB atmet auf. Man hat das Gefühl, sich vorwärts zu bewegen, obwohl man einfach nur da ist. "I googled my mom and I was relieved that she is still safe." 

BB betritt die analoge, überschaubare Welt ihrer Kindheit. Sie betrachtet die Spuren im Haus ihrer Eltern, den Garten, in dem sich die Jahreszeiten spiegeln. Sie schaut sich alte Kinderfotos an, wobei sie das Gefühl überkommt, die Zeit der Unschuld sei vorbei, seitdem Profilfotos einzig der Selbstdarstellung dienen. Ihre Großmutter hat Milchreis gekocht, und vor der alten Mühle sitzen die gleichen Männer wie eh und je und trinken ihr Bier. Auch bei ihrem Onkel sucht sie nach Spuren gemeinsamer, längst vergangener Tage: Zusammen schauen sie Star Trek. Früher ein Heilmittel gegen Realitätsüberdruss, merkt BB schnell, dass dieser SciFi-Eskapismus heute nicht mehr funktioniert. Auch ihr Kinderbett ist mittlerweile einem Luftbett gewichen, das sich anfühlt wie ein langweiliger Liebhaber. Und überhaupt: Früher gaben die Jahreszeiten den Takt an, heute sind sie längst abgelöst durch IOS Interfaces. Auf dem Dachboden findet sie einen alten Freund, der die ganzen Jahre auf sie gewartet hat ... Ihr Trip in die Vergangenheit endet, als sie einen Ausflug in die Provinzdisko macht, wo sie früher nerdige Jungs mit Suhrkamp-Büchern zu beeindrucken versuchte: Plötzlich bekommt sie einen Anruf aus New York ...

Links
• Die Website von Britta Thie
Translantics auf schirn.de

Kommentare (0)