Boris Petrovsky & MSHR: Von monströsen Maschinen und digitalen Wunderkammern

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ARTE Creative

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ARTE ist Partner des EXIT-Festivals für digitale Kunst, zu dem sich jedes Jahr internationale Künstler zu außergewöhnlichen Performances und spektakulären Kunstwerken in der Maison des Arts („Haus der Künste“) in Créteil bei Paris treffen. Das Programm wird von einer Ausstellung mit dem Titel "Micro-Macro" begleitet der Kuratoren Didier Fusillier und Charles Carcopino. ARTE Creative hat das VIA-Festival in Maubeuge besucht, um uns mit Künstlern zu treffen, deren Arbeiten vom 27. März bis 12. April 2014 zu sehen sind. Es war ein Ausflug in unerwartete Welten, bevölkert mit neuen Formen, rätselhaften Klängen und undefinierbaren Objekten. 

"Das Vergerät" von Boris Petrovsky

Ein monströses Wirrwarr, gleißend im Neonlicht. Eine Ansammlung plastischer Körper, von denen Kabel in alle Richtungen abstehen. Und doch… bei näherem Hinsehen entdecken wir einen Föhn, eine Bohrmaschine, eine Mikrowelle und einen Haarschneider. Vertraute und oft tröstliche Objekte, wenn sie in der häuslichen Stille vor sich hin summen. Gefährten unseres bürgerlichen Habitus, Aushängeschilder des perfekten, modernen, überausgestatteten Haushalts. Diese Küchengeräte, die man Hausfrauen lange Zeit als unverzichtbare Haushaltshelfer anpries, sind für Boris Petrovsky die konkrete Verlängerung menschlicher Intelligenz. Wie einst Dr. Frankenstein fügt der Künstler sie spielerisch zusammen. Das Ergebnis? It’s alive! Die Höllenmaschine erwacht dank eines Spracherkennungssystems zum Leben. Der Herr spricht über ein Megafon zu seinem neugeborenen Sklaven. Sein Text wird von einem Prozessor verarbeitet, der bestimmt, welches Objekt am ehesten in der Lage ist, die ausgesprochenen Silben umzusetzen. Plötzlich mixt der Mixer, wirbelt der Ventilator, saugt der Staubsauger – jedes Gerät mit seinem bekannten und gleichsam beängstigenden Summen. Unter der Kontrolle seines Schöpfers erwacht das Monster zum Leben. Aber kann der Herr tatsächlich alles steuern? Was antwortet ihm das gezähmte Monster wirklich?

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"Ceremonial Chamber" von MSHR

Das US-amerikanische Duo Brenna Murphy und Birch Cooper gab sich einen sehr plastischen Namen, der förmlich nach Waldboden duftet: MSHR. Eine Abkürzung, die zu ihrer Kunst passt, bei der nichts festgelegt, aber alles möglich ist. Als Sprösslinge einer vernetzten Welt bewegen sich Brenna und Birch in den hybriden Gewässern der Kunst, die von der musikalischen Performance bis zur digitalen Skulptur reicht. Sie sind dabei offen für jedes Medium und jeden Exkurs und holen uns mit zu sich an Bord. In der Ausstellung "Micro Macro" präsentieren sie ihre Installation "Ceremonial Chamber", ein digitales und organisches Setting, das von Sonnenauf- und -untergängen am Meer inspiriert ist. Zwei Konsolen mit Fantasie-Motiven laden uns ein, mit Joysticks zu spielen, die Töne und Lichter erzeugen. Ringsherum liegen Muscheln und Treibholz neben computersimulierten und später in 3D ausgedruckten grafischen Formen verstreut. MSHR zeigt uns den Weg. Um in die Zeremonienkammer zu steigen, ziehen sie zunächst die Schuhe aus. Von Angesicht zu Angesicht, die Füße im weißen Sand, der mit LED-Sternen durchsetzt ist, betasten und berühren sich die beiden Künstler. Mithilfe von Sensoren, die unterhalb des künstlich angelegten Strands verborgen sind, wird durch ihre Hautkontakte eine einzigartige musikalische Komposition erzeugt.

Regie der Filme : Eulalie Juster

Festival

Festival EXIT - MAC Créteil Maison des Arts
27. März bis 12. April 2014, Créteil
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Boris Petrovsky
MSHR

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