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Die schlechteste Idee des Jahres

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ARTE Creative

Sicherlich hat der Großteil von euch mit maximaler Aufmerksamkeit unsere Serie "Idee des Jahres" mitverfolgt – vielen Dank dafür. Aber weil Ideen nicht notwendigerweise gut sind, betrachtet ARTE Creative die Welt der Innovationen heute einmal von der anderen Seite der Medaille und präsentiert euch die willkürlichsten Ideen aus dem Jahr 2014. Könnte es denn ein schöneres Geschenk zum Ende des Jahres geben?

1. Das "NoPhone"

Das viele aufs-Smartphone-Starren macht mehr und mehr Menschen krank. Ein New Yorker Team hat nun ein Rezept entwickelt, eine Lösung, um diesen Menschen zu helfen: Das so genannte "NoPhone", ein simpler Plastikgegenstand ohne Funktionen. Das Projekt wurde bereits erfolgreich auf Kickstarter finanziert – die Entwickler sammelten rund das Dreifache des ursprünglich geplanten Finanzziels von 18.316 US-Dollar.

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NoPhone/Kickstarter

2. Walmart fälscht Banksy

Walmart verkauft Bildern, signiert von Banksy… Was? Das glaubt ihr nicht? Richtig so, denn diese Drucke zählen zu den schönsten Exemplaren gefälschter Kunst in der Geschichte des Kapitalismus. Das amerikanische Unternehmen, das auf die Erzeugung großer Warenmengen spezialisiert ist, hat die Schöpfungen des wohl bekanntesten Street Art Künstlers einfach kopiert! Und das Beste dabei : Der Top-Seller der Kollektion ist das Werk "Destroy Capitalism".

3. "I am bread" von Bossa Studios

Von "Bossa Studios" kann man sich ein Stück abschneiden. Denn mit ihrem neuen Videospiel "I am bread" erzielt die britische Firma ("Chirurg-Simulator") neue Höchstleistungen in der Disziplin "Entwickle absurde Videospiele". In "I am a bread" spielen Sie nämlich … ein Stück Brot! Und das Ziel des Spieles ist es, getoastet zu werden. Mittels vier Tasten navigiert man sich also in der Rolle der Brotscheibe Richtung Küche. Die Qualität der Handhabung können Sie sich wahrscheinlich ausmalen. Dafür verspricht "I am a bread" viele Lacher – wenn Sie so lange durchhalten.

4. Künstlerin "gebärt" Farbeier

Die Grenze der Kunst ist nicht notwendigerweise immer auch die Grenze des guten Geschmacks. Ein hervorragender Beweis ist die jüngste Kunstaktion der Schweizerin Milo Moiré: Sie "gebar" Farbbomben, lässt sie also quasi aus ihrer Vagina ploppen – und das in aller Öffentlichkeit, vor der jährlichen Kunstmarkt "Art Cologne 2014". In all ihrer Transgressivität erinnert die Kunst der Schweizerin damit an die Ideen der großen Yoko Ono während ihrer Blütezeit.

5. "Blood Sport", Das Videospiel das Blut kostet

Autsch, das tut weh! Und zwar wirklich! Für ein real-schmerzhaftes Spielerlebnis sorgen die kanadischen Digital-Designer Jamie Umpherson und Taran Chadha mit ihrem neuen Spiel "Blood Sport". Der ganze Spaß funktioniert so: Trifft euch euer Gegner und das Gamepad vibriert, saugt eine Hardware Blut aus eurem Körper. Glaubt man den Erfindern, soll Game einer guten Sache dienen, nämlich indem es die Menschen dazu animiert, Blut zu spenden. Auf Kickstarter will das Duo nun genügend Geld sammeln, um die Vision umzusetzen. Zurzeit stellt sich der Erfolg jedoch noch nicht so ganz ein. Möglicherweise gehen die Menschen ja direkt zum roten Kreuz…

6. Apple und Facebook und das Einfrieren von Eiern

Zeugt Kinder! Oder wenn ihr damit lieber warten wollt, auch gut. Die Technologie-Konzerne Facebook und Apple haben ihren Mitarbeiterinnen 2014 ein besonderes Angebot gemacht: Ihnen das Einfrieren zu bezahlen. Dadurch sollen sie ihre Karriere "mit Zuversicht" bestreiten können. Indem sich die Unternehmen sensibel für die "biologische Uhr" der Frau zeigen, hoffen sie mehr weibliches Personal zu akquirieren. Denn momentan stellen Apple und Facebook in etwa zweimal so viele Männer wie Frauen ein. Mutterschaft und Karriere schließen sich aus? Wenn es nach den beiden Firmen geht, tun sie das tatsächlich (Lesen Sie auf ARTE Future : ein Dossier zum sogenannten Social Freezing).

7. Achselhaare färben

Was ist die haarige Idee des Jahres 2014? Der Schnurrbart? Die Koteletten? Aber nein! Sich die Achselhaare zu färben! Diese neue Beautyidee ist dieses Jahr zum Trend auf Tumblr avanciert. Die jungen Anhänger färben ihre Achselhaarpracht mittlerweile in allen möglichen Farben, darunter türkis, pink oder rot. Also an alle Wölfe da draußen: Versucht es auch! Ihr werdet euch nie schöner gefühlt haben!

8. Schmuck der deine Venen zur Stromquelle transformiert

Hier ist eine Innovation, die den Transhumanismus-Fans bestimmt gefallen wird. Nicht, dass wir etwas gegen technische und kulturelle Revolutionen hätten, aber sich Schmuck in die Haut implantieren zu lassen, um elektrischen Strom zu erzeugen, mutet dann doch ein wenig weird an. Der Nutzen dieser Erfindung, die dem Kopf des israelischen Designers Naomi Kizhner entsprungen ist, ist folgender: Technische Geräte werden direkt an den Adern der Halterung integriert, so dass der Blutfluss Strom produziert. Praktisch, um sein Handy aufzuladen. Aber wenn man an das Gewicht des Materials bedenkt, hält sich die Verbesserung für den menschlichen Körper insgesamt in Grenzen.

9. "Cereal Killer Café", Der Frühstücksmekka

Nach der Wein-Bar, der Saft-Bar, der Wasser-Bar, tauchte im Jahr 2014…die Cerealien-Bar auf. Zwei irische Brüder (Gary und Alan Keery) haben mit dem "Cereal Killer Cafe" dem Londoner Stadtteil Shoreditch zu einem neuen Frühstücksmekka verholfen. Das Angebot im Shop lässt nicht zu wünschen übrig: Zur Auswahl stehen mehr als 120 Getreidesorten aus der ganzen Welt (und 30 Arten von Milchprodukten). Den Hipster hält also nichts mehr zurück. Gar nichts.

10. Jahresrückblicke und Top 10

Ehrlich – was gibt es Fantasieloseres als Jahresrückblicke? Jedes Jahr um dieselbe Zeit wählen Medien, völlig subjektiv, komplett willkürlich, einige Dinge aus, die ihrer Meinung nach in den letzten 12 Monaten wichtig waren. Ganz zu schweigen von der Einfallslosigkeit von Top 10 Listen…

Weitere (gute) Ideen:
Die Idee des Jahres #8: Ampel-Pong, Katzen-Experiment und Mario in HD

Auf ARTE Future:
Ein Dossier zum sogenannten Social Freezing

Links:
• "The NoPhone Team" auf Kickstarter
Die website von Banksy
Bossa Studios
Milo Moiré
Naomi Kizhner
Die website von des Cereal Killer Cafés
 

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