Neil Beloufa

Stereotypen entlarven: Der Künstler Neil Beloufa packt die Zukunft in der Gegenwart an

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Atelier A

Neil Beloufa ist weltbekannt für seine Untersuchungen des kanonisierten kulturellen Mainstream über Videoarbeiten und Installationen. Er zeigt uns hier „Kempinksi“, sein neuestes Projekt, das in Mali entstand und Stereotypen des Dokumentarfilms und der Science-Fiction hinterfragt.

Neil Beloufas Arbeit stellt die Infragestallung von Stereotypen in den Mittelpunkt, sie verschmäht Kategorien und Hierarchien. In seinen Projekten konstruiert er nach und nach, Schicht für Schicht, einen Katalog der Paradigmen unserer Repräsentationsmodi. Der Künstler bekennt sich gern zu seinem immergleichen Verfahren. Für jedes Projekt wählt er eine kulturell verankerte, weit verbreitete Vorstellung, die er in Szene setzt, um ihr ein neues Leben zu geben. Durch die Reaktivierung dieser Figuren entsteht eine Verschiebung, die sie zu etwas anderem werden lässt als zu einem simplen musterbildlichen Bezugssystem. Er verwandelt alles – von Freizeitbeschäftigungen über Standardwohnräume bis hin zum Exotismus... Das Projekt „Kempinski“, das er mit einfachsten Mitteln in Mali drehte, ist eine Kritik an der Form und dem Genre des ethnologischen Dokumentarfilms. In der heutigen Zeit, wo postkoloniale Fragen eine wichtige Rolle spielen, bittet er seine Schauspieler vor Ort einfach, sich in eine Zukunft zu versetzen, von der sie im Präsens erzählen. Das Ergebnis ist ein schwer definierbares Video, das Realität und Science-Fiction, Ethnologie und Kritik miteinander verbindet und die abgenutzten Stereotypen des Exotismus zertrümmert.

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