Visuel Poilorama

Haarige Sache

11 Folgen

Es wird rasiert, epiliert, gewachst, gelasert und zur Not auch gephotoshoppt, was das Zeug hält. Werbung, Mode und Film legen sich mächtig ins Zeug, damit bloß kein einziges Körperhaar zu sehen ist. Und Sie? Können Sie sich dem Diktat der Haarlosigkeit widersetzen? Haarige Sache verschafft unseren Körperhaaren Gehör!

Beschreibung

Eine spritzige Webdokumentation, die gegen den Strich geht. Haarige Sache hinterfragt das Konstrukt einer kollektiven Körpernorm: glatte, haarlose Haut.

Das Badezimmer wird zur Kampfzone: Da wird rasiert, gezupft, gewachst und gelasert, was das Zeug hält, um dem feindlichen Wildwuchs zu Leibe zu rücken. Dabei ist die Besessenheit von einem aalglattem Körper nicht nur ein Phänomen unserer heutigen Zeit. In der Geschichte der Malerei etwa war die Darstellung weiblicher Schamhaare seit jeher tabu. Unsere Körperhaare zu entfernen, heißt, das Tier in uns zu bezähmen. Dabei gab es einmal eine Zeit, in der Körperhaare durchaus Objekt von Begierde waren. Aber nach den naturverbundenen Hippies wurden sie endgültig verbannt und ein glatter, haarloser Körper zum Ideal.

"Ich rasiere mir die Beine, weil ich das so will" – komisch nur, dass alle Frauen scheinbar das Gleiche wollen ...

Wer heutzutage seine Körperhaare wachsen lässt, ist entweder eine Rebellin, superhip, oder ihr ist alles egal. Die Haar-oder-nicht-Haar-Hysterie hat sogar schon die Männer angesteckt: Unten epiliert, oben Hipster-Bart, so sieht der modische Mann von heute aus. Ob Werbung, Mode, Zeitschriften, Pornobranche oder Industrie – sie alle führen einen Krieg, und unser Körper ist das Schlachtfeld. 

In zehn Folgen geht Haarige Sache der Standardisierung und Normierung des Körpers auf den Grund – ein Trend, der uns alle betrifft, ob wir wollen oder nicht.

Haarige Sache - Nacktmull oder Äffchen?: eine Webdokumentation von Emmanuelle Julien und Olivier Dubois. Regie: Adrien Pavillard. Produktion: Honkytonk Films und Arte France.

Biografisches: 
Emmanuelle Julien
Sie war 13 Jahre als Journalistin für die Politik-Redaktion von RTL tätig. Machtverhältnisse sind bis heute ihr großes Thema, auch wenn es ihr inzwischen weniger um zwischenmenschliche als um zwischenmenschliche Beziehungen geht. Der Fokus ihrer Arbeit liegt auf den Themen Sexualität und Gender. Neben ihrer Tätigkeit als freie Journalistin für verschiedene Medien betreibt sie den Blog Paris Derrière und ist mitverantwortlich für die TV-Sendung Paris Dernière, die auf Paris Première ausgestrahlt wird.

Olivier Dubois 
Als freier Journalist/Rechercheur hat sich Olivier Dubois auf Gesellschaftsthemen spezialisiert. Er arbeitet mit verschiedenen Medien zusammen, darunter Summum magazine, Kiosque médias, Rue89, Slate, Ijsberg magazine, Skin Deep, Cinquième Pouvoir). Parallel dazu entwickelt er verschiedene Dokumentarfilmprojekte (Black Paris, La Blancheur Mythifiée, Double Journée). Der leidenschaftliche Hobby-Fotograf liebt verschiedene Kulturen und das Reisen..

Adrien Pavillard
Adrien Pavillard ist Cutter und Artdirector für Werbe- und Dokumentarfilme, der sich sein Know-how autodidaktisch angeeignet hat. Seine ersten Erfahrungen als Regisseur machte er mit Viralspots und Trailern. Er ist ein großer Anhänger des Laufsports, bekennender Philip K. Dick-Fan und, wenn er nicht gerade Bilder anguckt oder selbst produziert, parodiert er gern zusammen mit seiner Familie bekannte Popsongs. Sein neuestes Projekt Sex & Kraken? Alles über Tentakel-Erotik! hat er für ARTE Creative produziert.

Besetzung

Autoren: Emmanuelle Julien und Olivier Dubois
Regisseur: Adrien Pavillard
Produktion: Honkytonk Films