Kung Fury

David Hasselhoff: Des Königs neues Musikvideo

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"Hoff" stirbt zuletzt. Das hat der Knight Rider, Baywatch-Star und selbsternannte Internetkönig mit seinem neuen Musikvideo zu True Survivor einmal mehr unter Beweis gestellt. Wieso passt David Hasselhoff so gut in die Szenerie einer Pastiche des 80er-Jahre Actionfilms und was ist das überhaupt für ein Film, den sein Musikvideo bewirbt? 

Ihr habt also wirklich gedacht, mit dem berüchtigten Burger-Labsal habe sich David Hasselhoff aus den unendlichen Weiten Neulands verabschiedet? Da habt ihr den "King of the Internet" gehörig unterschätzt, so leicht lässt sich "The Hoff" nicht vom Thron stoßen.

Der König hat nämlich – vermutlich noch immer auf der Suche nach Freedom – seiner Karriere einen weiteren Glanzpunkt hinzugefügt, als er in die Zusammenarbeit mit dem schwedischen Regisseur David Sandberg einwilligte. Der erklärte ihn zum Protagonisten des Titelsongs seines neuen Over-the-top Trash-Film Kung Fury. Ein Ausnahmewerk erster Güte, welches in puncto Trash- und 80er-Jahre-Ästhetik sowie der Vielzahl filmischer und außerfilmischer Referenzen seinesgleichen sucht.

Die vom Regisseur selbst verkörperte Hauptfigur der visuellen Gaumenfreude wirkt wie eine Mischung aus Bruce Lee und Rambo. Ein idealistischer Cop, der versehentlich zu weit in der Zeit zurückreist, gerade als es galt, als letzten Triumph über das Verbrechen die Machenschaften Adolf Hitlers zu vereiteln. Der "Kung Führer" und Endboss des videospielartigen Trips durch die Zeit und deren (Kulturer-) Zeugnisse erwartet bereits den ultimativen Showdown zwischen ihm und seinem Gegenspieler. Denn, wie wir in der 27. Folge der zweiten Staffel von BiTS bereits umfassend dargelegt haben sollten, darf der Nazi als Verkörperung des Bösen auch in diesem Kondensat von Trash-, Geek- und Popkultur nicht fehlen. Als "Cop from the future" landet der Actionheld dann schließlich im – wo sonst? – "goddamn Viking age" und bewährt sich an der Seite von nordischen Barbarenstämmen gegen die selbstverständlich koexistierenden Dinosaurier, deren Domestizierung am Ende des Trailers sowie des Musikvideos eindrucksvoll zur Schau gestellt wird. Eine Komposition, die so unterschiedliche Versatzstücke wie Zurück in die Zukunft, Rambo, Braveheart oder Tron mit Werken der Martial-Arts- und Mythsploitation zu paaren scheint und dabei nach der Maxime "too much is not enough" verfährt.

Die Liebeserklärung David Sandbergs an das Kino der 80er-Jahre ist dabei auch von einem Bruch mit der Ahnenreihe der Hollywood- und B-Movie-Produktionen gekennzeichnet: Kung Fury ist ein Kickstarter-Projekt, das sich aus Spenden von Leuten aus aller Welt finanziert hat und darf bzw. muss sich mit ganzen 394 VFX-Einstellungen rühmen, die es unter Zuhilfenahme der Greenscreen-Technik erlaubten, die verschiedenen Schauplätze nachzustellen. Die Veröffentlichung des 30-minütigen Streifens ist noch für dieses Jahr geplant.

Doch zurück zu dem anderen – unserem – David. Wie reiht sich der Film in die Vita des ehemaligen Baywatch-Stars ein, der auch schon in der Rolle des Nick "Fury" – ein Zufall? – ähnliche Klischees bediente, wie jene, zu deren ironischer Personifikation er jetzt avancierte? Vielleicht kann man durch das Mimen seiner eigenen Persiflage die Durststrecke eines Ex-Prominenten überleben, die oft genug auf den Zenit grauer Vorzeiten folgt. Unabhängig von den Umständen, die dazu führten, bleiben wir mit David Hasselhoff wohl stets "hooked on a feeling", das nur er in uns aufkeimen lassen kann.       

 

Links

Offizielle Website von David Hasselhoff
Kung Fury - Die Website zum Film
Kung Fury auf Kickstarter
Kung Fury & Updates auf VHX
Trailer zu Nick Fury Agent of S.H.I.E.L.D

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