Cordula Ditz
Down to Hell, Video, Länge: 10 min., 2008
Formal gesehen ist »Down to Hell« ein eher ungewöhnlicher Film im Werk von Cordula Ditz, das neben inszenierten oder auf vorhandenem Filmmaterial basierenden Videoarbeiten und Installationen auch den Bereich Malerei umfasst. Inhaltlich speist er sich aus dem gleichen Universum: Konsequent und schonungslos konfrontiert uns die Hamburger Künstlerin in ihren Arbeiten mit Verzweiflung, Todesangst, Horror und unheimlicher Partydekoration.
Im Jahr 2008 erhielt Ditz die Möglichkeit kurz vor dem endgültigen Abriss in einem während seiner 14-jährigen Leerstandsphase als »Horrorhaus« bekannt gewordenen Bürogebäude am Hamburger Steindamm zu filmen. Aus ihren Erkundungen des achtstöckigen Hauses an nur einem Drehtag entstand der in zahlreichen Einzelsequenzen geschnittene Videofilm, benannt nach einem Graffiti vor Ort.
Protagonist ihrer »Diaschau des Horrors« ist, neben dem kaputten Gebäudeinneren und den morbiden Spuren seiner letzten Bewohner - hier ein Zitat aus Nightmare on Elmstreet, dort ein in Herzform gehauenes Loch in der Wand - der Wind. Genretypisch haucht er den Dingen ein beängstigendes Eigenleben ein, in diesem Fall jedoch ohne dass man ihn hört. Auch das entspricht einem dem klassischen Horrorfilm-Repertoire entlehnten Kunstgriff: Dem lautlosen Moment von höchster Spannung, in dem buchstäblich die Luft angehalten wird. Die Anwendung dieser und weiterer Erzählkonventionen auf das ursprünglich eher dem dokumentarischen Feld zuzuordnende Material erzeugen den Spannungsbogen des Films, während Schnitt und Kameraperspektive eine starke Identifikation mit der Mischung aus Angst und Neugier bewirken, die der Begehung des Ortes zu Grunde gelegen haben muss. Unvermittelt auftauchende, menschliche wirkende Schatten machen den Horror perfekt.
Text von Britta Peters
Ich bin langsam am Verzweifeln. Ich such immer noch die richtigen Knöpfe! Ich fühl mich wie im Kartenhaus. Nur noch 22 Stunden und 16 Minuten bis Abgabeschluss!



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