Publiziert am 12 April 2011 um 09:28 Von Marie

Cordula Ditz 

Down to Hell, Video, Länge: 10 min., 2008

 

Formal gesehen ist »Down to Hell« ein eher ungewöhnlicher Film im Werk von Cordula Ditz, das neben inszenierten oder auf vorhandenem Filmmaterial basierenden Videoarbeiten und Installationen auch den Bereich Malerei umfasst. Inhaltlich speist er sich aus dem gleichen Universum: Konsequent und schonungslos konfrontiert uns die Hamburger Künstlerin in ihren Arbeiten mit Verzweiflung, Todesangst, Horror und unheimlicher Partydekoration.

Im Jahr 2008 erhielt Ditz die Möglichkeit kurz vor dem endgültigen Abriss in einem während seiner 14-jährigen Leerstandsphase als »Horrorhaus« bekannt gewordenen Bürogebäude am Hamburger Steindamm zu filmen. Aus ihren Erkundungen des achtstöckigen Hauses an nur einem Drehtag entstand der in zahlreichen Einzelsequenzen geschnittene Videofilm, benannt nach einem Graffiti vor Ort.

Protagonist ihrer »Diaschau des Horrors« ist, neben dem kaputten Gebäudeinneren und den morbiden Spuren seiner letzten Bewohner - hier ein Zitat aus Nightmare on Elmstreet, dort ein in Herzform gehauenes Loch in der Wand - der Wind. Genretypisch haucht er den Dingen ein beängstigendes Eigenleben ein, in diesem Fall jedoch ohne dass man ihn hört. Auch das entspricht einem dem klassischen Horrorfilm-Repertoire entlehnten Kunstgriff: Dem lautlosen Moment von höchster Spannung, in dem buchstäblich die Luft angehalten wird. Die Anwendung dieser und weiterer Erzählkonventionen auf das ursprünglich eher dem dokumentarischen Feld zuzuordnende Material erzeugen den Spannungsbogen des Films, während Schnitt und Kameraperspektive eine starke Identifikation mit der Mischung aus Angst und Neugier bewirken, die der Begehung des Ortes zu Grunde gelegen haben muss. Unvermittelt auftauchende, menschliche wirkende Schatten machen den Horror perfekt.

Text von Britta Peters

 

 

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Der Kunstverein Harburger Bahnhof (KVHBF), gegründet 1999, befindet sich direkt im Bahnhof Hamburg-Harburg über Gleis 3 & 4. In den eindrucksvollen Räumlichkeiten des ehemaligen Wartesaals 1. Klasse mit historischer Kassettendecke werden auf ca. 300 qm regelmäßig Ausstellungen zeitgenössischer Kunst gezeigt. Der KVHBF-Channel kommuniziert mit einer Ausstellungssituation im Eingangsbereich des Kunstvereins: Auf dem zum Bahnhof ausgerichteten MONITOR wird rund um die Uhr eine weitere Videoarbeit der hier gezeigten Künstlerin/des Künstlers präsentiert. Beide Arbeiten verweisen wechselseitig aufeinander und umkreisen, ausgehend von der besonderes Lage des Kunstvereins im Fernbahnhof Hamburg-Harburg, thematisch das städtische Umfeld und urbane Treiben unserer Tage. Der Channel KVHBF wir kuratiert von Marie Luise Birkholz und Britta Peters.

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Kommentar des Tages

Ich bin langsam am Verzweifeln. Ich such immer noch die richtigen Knöpfe! Ich fühl mich wie im Kartenhaus. Nur noch 22 Stunden und 16 Minuten bis Abgabeschluss! 

Von Martin Wagner | 15/05/2012