Publiziert am 6 Juli 2011 um 11:58 Von Mia Turouse

blankleer

Minderheit in Mehrheit, 2011, Video (4.30 min), Usti nad Labem/Aussig, 2011 
Glücksökonomie, 2011, Video (3.25 min), Usti nad Labem/Aussig, 2011 

Beide Videoclips sind in Zusammenarbeit mit Ondrej Darvas und Maruska Darvasová entstanden. 


Die beiden Musikvideoclips sind im Rahmen einer Kooperation des Künstlerkollektivs bankleer mit Bewohner_innen von P´edlice entstanden - einem fast ausschließlich von Roma bewohnten Viertel der nordtschechischen Stadt Usti nad Labem. Das Lied des ersten Musikvideos "Minderheit in Mehrheit" handelt vom gemeinschaftlichen Aufbruch der Roma-Community aus diesem Stadtviertel, das vom Staat vollkommen seinem eigenen Verfall überlassen bleibt: Die heruntergekommenen Gebäudefassaden sind Ausdruck der Armut und Perspektivlosigkeit. Das Leben dort ist von der Ausgrenzung und einer damit einhergehenden Ghettoisierung der Roma-Bevölkerung geprägt. "Minderheit in Mehrheit" setzt einer sich breitmachenden Kultur von Korruption und Apathie den gemeinschaftlichen Aufbruch aus diesen Lebensverhältnissen entgegen. Das zweite Video »Glücksökonomie« thematisiert den in der Roma-Community vorherrschenden und zugleich widersprüchlichen Umgang mit ökonomischen Systemen. Es reflektiert die damit verbundenen Hoffnungen, Versprechungen, Fallen und Tücken.

bankleer - Karin Kasböck und Christoph Maria Leitner - leben und arbeiten in Berlin. In Performances, dokufiktionalen Videos und mulitmedialen Installationen verhandeln sie die Formkraft kapitalistischer Prozesse. Sie nähern sich einem Thema in einer Art work in progress. So entstehen Projektgruppen, aus denen auch Publikationen, mediale Netzwerke und interdisziplinäre Veranstaltungsreihen hervorgehen. Im Verlauf eines Projektes verbinden und verschieben sie Kontexte und verschränken öffentlichen Raum mit Kunstinstitution. Sie experimentieren mit Vermittlungs- und Rezeptionsformen, die sich direkt auf den künstlerischen Verlauf auswirken. Diese Technik bezeichnen sie als kubistischen Situationismus.

www.bankleer.org

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Kunstverein Harburger Bahnhof

Der Kunstverein Harburger Bahnhof (KVHBF), gegründet 1999, befindet sich direkt im Bahnhof Hamburg-Harburg über Gleis 3 & 4. In den eindrucksvollen Räumlichkeiten des ehemaligen Wartesaals 1. Klasse mit historischer Kassettendecke werden auf ca. 300 qm regelmäßig Ausstellungen zeitgenössischer Kunst gezeigt. Der KVHBF-Channel kommuniziert mit einer Ausstellungssituation im Eingangsbereich des Kunstvereins: Auf dem zum Bahnhof ausgerichteten MONITOR wird rund um die Uhr eine weitere Videoarbeit der hier gezeigten Künstlerin/des Künstlers präsentiert. Beide Arbeiten verweisen wechselseitig aufeinander und umkreisen, ausgehend von der besonderes Lage des Kunstvereins im Fernbahnhof Hamburg-Harburg, thematisch das städtische Umfeld und urbane Treiben unserer Tage. Der Channel KVHBF wir kuratiert von Marie Luise Birkholz und Britta Peters.

Kunstverein Harburger Bahnhof - Kv.H.Bf

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Kommentar des Tages

Ich bin langsam am Verzweifeln. Ich such immer noch die richtigen Knöpfe! Ich fühl mich wie im Kartenhaus. Nur noch 22 Stunden und 16 Minuten bis Abgabeschluss! 

Von Martin Wagner | 15/05/2012