Publié le 3 mai 2012 à 01:50 De Ulf Wrede

DE

In seinen Foto-, Video- und Textarbeiten untersucht Snyder urbane Räume, die er als Zeichen gesellschaftlicher, ideologischer und wirtschaftlicher Strukturen freistellt. Gate 2 Street (Kadena Air Base), Okinawa City verweist auf das konkrete Spannungsverhältnis zwischen der jüngeren Vergangenheit des Ortes - der Zeit des "Booms" der Stadt auf Grund ihrer strategisch wichtigen Stellung als größter Basis des U.S. Militärs im Fernen Osten während des Vietnamkriegs - und ihrer Gegenwart als verfallenem, leeren Ort. Die Gate 2 Street spielte hierbei stets eine entscheidende Rolle, sei es als "Vergnügungsmeile" der Militärs, an der sich Bordelle und Nachtclubs aneinanderreihten, die dem Amusement der Soldaten offenstanden, sei es - ein Jahrzehnt später - als Hauptschauplätze der Proteste gegen die Militärbasis, die durch Verbrechen der Militärs an der Zivilbevölkerung hervorgerufen wurden. Heute ist die Strasse fast ausgestorben. Snyders in Infrarot gefilmtes Video bekommt so eine historische Semantik. Die gegenwärtigen Bilder erhalten im militärischen Blick - vom Tageslicht und damit von Spuren des Lebendigen befreit - eine neue Bedeutung. Sie beleuchten kritisch das sich in ihnen niederschlagende japanisch-amerikanische Verhältnis in der entleerten Architektur der Verbindung zwischen Stadt und Militärbasis.

Publié le 1 avril 2012 à 02:14 De Ulf Wrede

DE
Der vom Strukturalismus beeinflusste Experimentalfilm Walkings No. 1-6 untersucht in sechs Sequenzen signifikante Objekte und Strukturen innerhalb der Stadtlandschaft Berlins und die Veränderungen, die sich durch deren mediale Repräsentation ergeben. Neben Film arbeitete KP Brehmer auch mit Grafik und Malerei und vollzog in seinem Werk eine kritische Analyse der Kultur Nachkriegsdeutschlands. Unter dem Einfluss der gesellschaftlichen Umbrüche von 1968 und in Auseinandersetzung mit der Pop Art suchte Brehmer politische Tendenzen zu visualisieren und die kommerziellen Strukturen des Kunstbetriebs subversiv zu unterwandern. Zu seinen bekanntesten Arbeiten gehört Korrektur der Nationalfarben von 1972, die die drei Farben der deutschen Nationalfahne zur Darstellung der Vermögensverteilung in der Bundesrepublik nutzte und während der Documenta 5 vor dem Kasseler Fridericianum gehisst wurde. Brehmer gilt neben Lueg, Polke, Richter und Vostell als einer der wichtigsten Vertreter des Kapitalistischen Realismus. (KB)

 

FR

« Walking No. 1-6 » est un film expérimental influencé par le structuralisme qui étudie, en six séquences, les objets et les structures du paysage urbain berlinois et les changements qui découlent de leur représentation. Parallèlement à la création vidéo, KP Brehmer s?emploie à la sérigraphie ainsi qu?a la peinture et mène une analyse critique de la culture allemande d?après guerre au travers son ?uvre.  Influencé par les transformations sociales de 1968 par le pop art, Brehmer s?attache à décrypter les tendances politiques et à détourner la structure commerciale du monde de l?art. Une de ses ?uvres les plus connues « Korrektur der Nationalfarben », 1972 ? « Correction du drapeau national-  présente les couleurs du drapeau allemand utilisée pour montrer la répartition de la richesse dans la République Fédérale. Ce drapeau a été hissé pendant « Documenta 5 » devant le Fridericianum de Kassel. Brehmer, aux cotés de Lueg, Polke, Richter et Vostell est considéré comme un des artistes les plus important du réalisme capitaliste. 

 

EN
The experimental film Walkings No. 1-6, influenced by structuralism, studies significant objects and structures within Berlin's urban landscape and the changes that result from their media representation in six sequences. Alongside film, KP Brehmer also worked with printmaking and painting, and undertook in his work a critical analysis of post-war German culture. Under the influence of the social transformations of 1968 and in engaging with pop art, Brehmer sought to visualize political trends and to subvert the commercial structures of the art world. One of this most famous works is Korrektur der Nationalfarben (1972), which used the three colors of the German national flag to represent the distribution of wealth in the Federal Republic; this flag was raised during Documenta 5 in front of Kassel's Fridericianum. Brehmer, alongside Lueg, Polke, Richter, and Vostell, is considered one of the most important representatives of capitalist realism.

 

KP Brehmer   * 1938 in Berlin, 1997 in Hamburg

Publié le 5 mars 2012 à 14:21 De Ulf Wrede

DE

Haegue Yangs Videoarbeit "Unfolding Places" legt visuelle und narrative Indizien einer Reise aus, die sich über London, Berlin und Seoul erstreckt. Bewegungen des Raumes, der hierbei überwunden und erlebt wird, werden aufgezeichnet. Die von ihr gefilmten Aufnahmen der Städte bestehen ebenso aus formalen Studien ihrer Fragmente, aus Hotelbettkanten und Teppichnähten wie aus Skylines, Straßenzügen und Lichtreflexen. Yang legt eigene Texte über diese Aufnahmen und berichtet von endlosen Schienen, die sich in der Reiseperspektive auffalten, von der Luft, deren Materialität sie in sich aufnimmt, und davon, wie die Stadt sich in sie einschreibt, wie das Reisen sie bestimmt und wie es gleichzeitig schwer wird, an Orten festzuhalten. Während ihre Erzählung fortschreitet, schreibt Yang sich selbst in die Stadt ein. Das Bild verharrt bei einer sonnigen Hinterhofecke, in der sich Wasser in einer Pfütze gesammelt hat. In ihr liegen bunte, komplex gefaltete Papierobjekte, Formen, die an Yangs Skulpturen erinnern und hier zwischen Pfützen und Asphalt hin- und herwehen und die an späterer Stelle im Video zurückkehren, aufgebaut zu einer papiernen Stadtansicht aus Häusern, Plätzen und Seen.

 

EN

Haegue Yang's video "Unfolding Places" shows visual and narrative evidences of a voyage to London, Berlin and Seoul. Her travel experiences are recorded. The recordings of the cities consist of formal fragment studies, of edges of hotel beds and carpet seams, of skylines, streets and light reflections. Yang puts her own dialogue over the recordings and reports on endless rails which enfolds during the travel, she also speaks about the air she breathes in and about how the city inscribes in herself and how the voyage determines her and how difficult it is to hold on to places. During the narration Yang writes herself into the city narration. The image persists on a sunny backyard edge where water has been collected in a puddle. In the puddle there are colourful folded paper figures, shapes that remind Yang of sculptures which drift between asphalt and water. Later in the video we see the sculptures again, but this time they are built like a city of houses, spaces and lakes.

 

FR

La vidéo de Haegue Yang, intitulée « Unfolding Places » est une collection de souvenirs d'un voyage à Londres, Berlin et Séoul. L'artiste a pris le soin d'enregistrer ses expériences de voyage. Et ces enregistrements des villes consistent en fragments d'étude, en bouts de tapis, en bords de lits, en lignes de gratte-ciel découpés dans le ciel, en morceaux de rues, en jeux de lumière. Yang pose sa propre voix sur les  enregistrements et nous parle de l'air qu'elle respire, de la façon dont les villes s'impriment en elle, des effets que le voyage a sur elle et la difficulté de rester au même endroit. Au fil de sa narration, Yang s'inscrit dans la narration propre de la ville.  L'image persiste dans une cour ensoleillée où une flaque d'eau peine à s'évaporer. Dans la flaque, des pliages en papier colorés flottent comme autant de sculptures emportées entre l'asphalte et l'eau. Plus loin, dans la vidéo, nous retrouvons ces sculptures qui retracent cette fois des paysages urbains, des espaces, des lacs. 

Publié le 20 février 2012 à 12:23 De Ulf Wrede

DE

"From my window" ist Jozef Robakowskis bekannteste Videoarbeit. Das über einundzwanzig Jahre verfolgte Langzeitprojekt kreist um den sich verändernden Blick aus dem Fenster seiner Wohnung in Lodz und demonstriert einen gesellschaftlichen Umbruch historischen Ausmaßes. Der Künstler beobachtet den Übergang Polens aus dem Sozialismus der Nachkriegszeit in die Zeit der Solidarnosc in den späten 1980er Jahre und dessen Übergang in die Dritte Republik, die den Beginn der Gegenwart markiert, den Einstieg Polens in die Marktwirtschaft. Der Schwarzweißfilm ist von Robakowskis fortlaufenden Kommentaren unterlegt. Zunächst lokalisiert der Künstler sein Haus, einen zwanzigstöckigen, modernistischen Wohnblock, in dessen neuntem Stockwerk er wohnt, seinen Ausblick, ein betonierter Platz vor seinem Haus und sein Medium, die Kamera. Er beschreibt die Alltagshandlungen seiner Nachbarn, seiner Frau, vorbeiziehender Passanten, der alljährlichen Maiparade, nennt alle beim Namen, identifiziert ihre Handlungen und überführt sie in kleine Narrationen, die von Vermutungen und Beobachtungen handeln, von polizeilichen Überprüfungen ebenso wie von Einkäufen. Robakowski beobachtet die Veränderung der Autos im Wohnblock, die Umwandlung des Platzes in einen Parkplatz, die Umgestaltung des öffentlichen Raums, die Änderung der Straßennamen und schließlich, 1990 das Aufreißen seines Platzes, auf dem nun ein Fünf-Sterne-Hotel gebaut wird. 


EN

"From my window" is the best known video of Jozef Robakowski which was a long term project going on over 21 years. The video shows the changing view out of his window in Lodz and demonstrates the social change in history. The artist observes the historical change of Poland, from the socialism, to the Solidarnosc in the late eighties and to the Third Republic which marks the beginning of the present and Poland's transition to a market economy. The black-and-white film is accompanied by the comments of Robakowski. First the artist focuses on his house, a hugh modernistic building with 20 floors. He lives in the 9th floor. When he looks out of the window all what he sees is a square out of concrete. Using the camera, he describes the everyday life actions of his neighbours, his wife, passers-by and shows as well the annually "Mayparade". While describing the actions he identifies their names, their actions and tells small narrations which are only his presumptions. Robakowski observes the change of the cars and of the car park, the transformation of the public space, the change of the names of the streets and finally in the 1990 he observes the destruction of the square and the construction of a five star hotel.

 

FR

La vidéo la plus célèbre de Jozef Robakowski est un projet qui s'est déroulé sur plus de 21 ans intitulé "From my window" ("Depuis ma fenêtre"). La vidéo présente l'évolution de la vue depuis la fenêtre de l'artiste à Lodz témoignant par là du changement social et historique. Robakowski observe les évolutions de la Pologne, depuis le socialisme jusqu'à la Troisième République qui marque le début d'une nouvelle ère ainsi que l'adoption de l'économie de marché en passant par les années Solidarnosc. Le film en noir et blanc est accompagné par les commentaires de Robakowski. Tout d'abord, l'artiste se concentre sur sa maison, un grand bâtiment moderne haut de 20 étages. Il habite au 9eme étage. Lorsqu'il regarde par la fenêtre, tout ce qu'il voit est un carré découpé hors de toute réalité. Grâce à  sa caméra, il suit les actions quotidiennes de ces voisins, de son épouse, des passants ainsi que le defilé annuel de mai. Alors même qu'il décrit les scènes, Robakowski  identifie les noms et les actions de ces personnages et développe de petites narrations à partir de ses propres suppositions. Robakowski observe la valse des voitures sur le parking de l'immeuble, le changement du parc de stationnement même, la transformation de l'espace public, le changement des noms de rues, jusqu'au jour où il est témoin de de la destruction de la place en 1990 et de l'édification d'un hotel cinq étoiles.


Publié le 6 février 2012 à 11:19 De ARTE CREATIVE

Improvisation in drei Anläufen, 2011, 65 min


DE BST steht für die Anfangsbuchstaben der Nachnamen der Bandmitglieder Walter Berger (Cello), Christian Schaeffer (Violine) und Klaus Theweleit (Gitarre) und spielt auf die Rinderkrankheit BSE an. Das Video dokumentiert die "Improvisation in drei Anläufen", die im Neuen Berliner Kunstverein im Sommer 2011 stattfand. Der hier ausagierte dissoziative Umgang mit dem Instrumentenmaterial, ebenso wie mit den aus ihm herausgearbeiteten Sounds und Verläufen verleiht der Arbeit des Ensembles eine Unmittelbarkeit und Dringlichkeit gegen die Harmonie. Die Arbeit an und mit den Tönen ist nicht bereits vor dem Konzert abgeschlossen, sondern ergibt sich erst aus und in ihm. Diese freie Improvisation erschafft sich so ein Publikum, das mit den Musikern hört und ihre Arbeit verfolgen kann, statt nur deren Ergebnisse vorgeführt zu bekommen. Der Kulturtheoretiker Theweleit selbst schreibt in diesem Zusammenhang, "Wir nehmen lieber weiter Bögen zum (Nicht)-Zerschreddern der Tonwelt; die Instrumente haben es mitgemacht und antworten noch." Die Gruppe existiert in wechselnden Besetzungen seit 40 Jahren und beruft sich auf das musikalische Erbe von Black Music und Free Jazz, u. a. des BYG-Labels, dem Art Ensemble of Chicago und Albert Ayer.

 

Improvisation in three pieces, 2011, 65min


EN BST stands for the beginning letters of the three names of the band participants Walter Berger (cello), Christian Schaeffer (violin), and Klaus Theweleit (guitar) and refers to the beef disease BSE. The video documents the "Improvisation in three pieces" which took place in the association "Neuer Berliner Kunstverein" during the summer 2011. The treatment of instruments and also the sound created during the event gives their work an immediacy and urgency against the harmony. Before the concert starts the music is not finished yet, so that they develop it even during the event. Due to the improvisations the audience get to hear and follow the music as it is just in the process instead of just seeing the results. The cultural critic Theweleit writes in that case: "We make music for not shredding the world of sounds; the instruments take part and are still answering." The group has involved different musicians since 40 years. They refer to the heritage of black music and free jazz, for ex. BYG-Labely, the Art Ensemble of Chicago and Albert Ayer.

 

Improvisation en trois mouvements, 2011, 65 min


FR "BST" sont certes les initiales des trois membres du groupe-Walter Berger (violoncelle), Christian Schaeffer (violon) et Klaus Theweleit (guitare)- mais ces lettres se refèrent aussi à la maladie BSE (Encéphalopathie Spongiforme Bovine plus communément connue sous le nom de "vache folle"). Cette video documente  "l'improvisation en trois mouvements" qui a eu lieu grâce à  l'association "Neuer Berliner Kunstverein" pendant l'été 2011. Le traitement des instruments et des sons produits pendant l'évènement donne à l'oeuvre de BSE un sentiment de spontaneité et d'urgence qui va à l'encontre de l'harmonie musicale. La musique prend corps dès que le concert commence sans préparation préalable.  L'improvisation offre au public la possibilité de suivre l'élaboration de la musique plutôt que d'écouter un résultat final. Le critique culturel Theweilt écrit alors, "Nous ne faisons pas de la musique pour infester le monde d'une cacophonie de sons, les instruments entrent dans la danse et se répondent." Depuis 40 ans le groupe a collaboré avec de nombreux musiciens. Il tient de la musique afro-américaine, de la soul et du free jazz ayant pour références BYG-Labely, the Art Ensemble of Chicago et Albert Ayer.

Publié le 4 janvier 2012 à 11:42 De ARTE CREATIVE

Bill Viola The Reflecting Pool 1977-80, 00:06:59,  NTSC, color, sound

 

DE Die Videoarbeit Reflecting Pool, die zwischen 1977 und 1980 entstand, ist eine von Bill Violas frühesten Werken, die das Wasser als Medium einer mehrschichtigen Reflektion einführen. In dieser Zeit entwickelt der heute weithin einflussreiche Viola, seine eigene Videosprache, die das damals noch neue Medium stets an seine technischen Grenzen, wie auch an die einer Ausdrucksmöglichkeiten zu treiben versuchte. Das Wasser, dass hier im Zentrum des Bildes, wie auch seiner Narration, steht, behielt seit diesen frühen Tagen eine zentrale Bedeutung in Violas Werk. Bereits in Reflecting Pool versucht der Künstler das Medium Video als Manipulationshilfe der menschlichen Wahrnehmung einzusetzen. Es verschwimmen die Grenzen zwischen der menschlichen Person, der reflektierenden Oberfläche des Pools und den Grünnuancen des beide umgebenden Waldes. Der Übergang zwischen Realität und Illusion wird von Viola verunklärt, und das Medium Video als episches Format der Videokunst eingeführt, als Demonstrationsfeld einer Schnittregion zwischen der menschlichen Existenz und ihrem Übergang aus der und in die Natur.

 

EN The video work "Reflecting Pool" made between 1977 and 1980 is one of the earliest works from Bill Viola which deals with water and its reflecting potential. In these days, he developed his own video style exceeding the video norms and its possibilities. Not only in the early days, also nowadays he is still one of the most important video artists playing with water as an art form. Already in his early work Viola tried to manipulate the perception with the use of video. The person standing beside the pool and the reflecting surface of the water become more and more blurred. The transition between reality and illusion is the focus of Viola who presents the video art as an epic form which underlines the tension between the existence of human and nature.

 

FR Ce travail vidéo réalisé entre 1977 et 1980 est l'une des premières oeuvres de Bill Viola qui se confronte à l'eau et à son potentiel de matériau réfléchissant. A l'époque, Bill Viola développe son propre style de video en dépassant les structures existantes. Aujourd'hui encore, il fait partie des artistes majeurs qui jouent avec l'eau comme support plastique. Dans ses premiers travaux déjà, Viola tentait de manipuler nos perceptions grâce à la vidéo. La personne qui se tient près de la piscine voit son reflet se troubler de plus en plus à la surface de l'eau. La transition entre la réalité et l'illusion est le point névralgique que l'artiste veut mettre en avant. La vidéo devient alors une forme épique soulignant la tension entre l'homme et la nature. 

Publié le 21 décembre 2011 à 10:20 De ARTE CREATIVE

Zu Beginn von  After the Crash folgen auf Found-Footage-Bilder von freundlichen FlugbegleiterInnen die unvermeidlichen Sicherheitsbelehrungen mit Atemmaskenübungen und dann ein rauschender Absturz der Maschine. Danach entfaltet sich das eigentliche Szenario des im Breitwandformat angelegten Videos: ein Flugzeugschrottplatz in der Wüste Kaliforniens. Als Allegorie auf die im Titel angedeutete Wirtschaftskrise zeigen die Bilder Flugzeugwracks. Der Besitzer des Schrottplatzes berichtet von ökonomischen Erfolgen in Krisenzeiten: Hollywood, die Chinesen-sie alle brauchen teuer zu bezahlenden Flugzeugschrott für die globale Unterhaltungsindustrie, deren derzeit stärkstes Verbreitungsmedium die DVD ist. Auf einem tragbaren DVD-Abspielgerät wird gezeigt, wie aus Flugzeugschrott Aluminium als Beschichtungsmaterial für die DVD-Produktion recycelt wird.

Publié le 28 novembre 2011 à 11:10 De ARTE CREATIVE

2010, colour, sound, 14'00''.

 

DE In ihrer gemeinsamen Performance The Mind im Neuen Berliner Kunstverein kombinieren der Musiker, Künstler und Performer Egill Sæbjörnsson und die Theaterregisseurin, Schauspielerin und Tänzerin Marcia Moraes Musik, Klang und Video zu einer Inszenierung, die im Ausstellungsraum einen Zeitpunkt nachverfolgt, der zwischen den dokumentierbaren Handlungen zu liegen scheint, im Halbschlaf, im Diskurs zwischen dem "Mind", dem Bewusstsein, und dem Unbewussten.

 

Sæbjörnsson betritt die im Halbdunkeln liegende Bühne in ein Bettlaken gehüllt. Nachdem er zunächst so selbst als Leinwand für einen konstant sich verändernden Hintergrund aus videoprojizierten Farbverläufen und Formenbildern auftritt, befreit er sich vom Laken und beginnt, sich in diesen projizierten Formen zu bewegen, in ihnen zu sprechen, mit seinem Bewusstsein zu debattieren, Gitarre ebenso wie Ball zu spielen, um schließlich als Solist abzugehen.

 

The Mind ist der Titel dieser Performance, wie auch derjenige eines Projekts, an dem beide KünstlerInnen über einen längeren Zeitraum hin zusammen arbeiteten, eine "Pop-Oper", die Text, Bewegung, Objekte, ungegenständliche und gegenständliche Bilder mit Musik und Videoprojektionen zusammenbringt und u.a. in The Watermill (New York) aufgeführt wurde. 

 

EN In their joint performance The Mind at Neuer Berliner Kunstverein Egill Sæbjörnsson, musician, artist and performer and Marcia Moraes, theater director, actress and dancer, combine music, sound and video in a presentation that tracks a certain time, which seem to be located between the documentable actions, half-asleep, in the discourse between the "Mind" (the consciousness) and the unconscious.

 

Sæbjörnsson enters the penumbral stage wrapped in a bed sheet. First he appears as a screen for a constantly changing background of video projected gradients and forms, then he frees himself from the sheets and begins to move in these projected forms, to speak in them, to discuss with his consciousness, to play the guitar as well as a ball, and to finally go off as a soloist.

 

The Mind is the title of this performance, as well as those project, in which both artists were working together for a long time, a "pop opera", which combines text, movement, objects, non-representational and representational images with music and video projections and was e.g. listed in The Watermill (New York).

 

FR Dans leur performance « The Mind » au Neuer Berliner Kunstverein, Egil Saebjörnsson, musicien, artiste et performeur et Marcia Moraes, directrice de théâtre, actrice et danseuse, vont assembler, la musique, le son et la vidéo dans une présentation qui s'inscrit dans une pièce d'exposition pour un temps défini. Elle semble s'installer entre les actions documentaires, à moitié endormies, dans le discours «The Mind» situé entre la conscience et l'inconscience.

 

Saebjörnsson entre sur la scène dans la pénombre enveloppé d'un drap. D'abord, il apparaît comme une toile de fond pour un changement constant de décor, une évolution des gradients et des formes vidéoprojetées, il se libère du drap et commence à se déplacer dans les formes projetées, il leur parle, discute avec sa conscience, il joue de la guitare, ainsi qu'avec une balle et s'en va, finalement, à la manière d'un soliste.

 

« The Mind » est le titre de la performance, comme les projets, sur lesquels les artistes ont beaucoup travaillé ensemble et ce, depuis longtemps. Un « pop opera », qui combine le texte, le mouvement, les objets, les images représentatives et non représentatives accompagnées de projections musicales et vidéos et qui ont été listées dans le Watermill (New York)

Publié le 24 octobre 2011 à 15:15 De ARTE CREATIVE

Artur Zmijewskis Videoarbeit Ursula (2007) folgt einer Berlinerin, die nachts Büros putzt, dort die Mülleimer ausleert, die Tassen poliert, Scheiben säubert, die Konferenztische abwäscht und gleichzeitig die Reproduktionsarbeit im Haushalt der eigenen Familie vollständig übernimmt, Wäsche wäscht, aufhängt, abhängt, sortiert, kocht, scheuert und Staub wischt. Zmijewskis Kamera verfolgt ihre Hände und deren sich immer wiederholende Bewegungen.  Die Differenz zwischen der bezahlten und der unbezahlten Arbeit lässt sich daran erkennen, ob Ursula eine blaue Schürze trägt oder nicht. Sie selbst bekommt hier nur einen Vornamen, ihr Gesicht ist nur selten im Bild, meist regungslos, manchmal leise fluchend. Der Familienalltag erscheint sprachlos. Ohne Worte wird das von ihr gekochte Essen von Mann und Sohn verzehrt, während sie in der Küche weiter die Dinge bewegt. Es folgen ein ebenso wortloses Fernsehen, der Gang ins Bad und ins Bett, das Schnarchen des Mannes, erneutes Aufstehen, und schon bei der Morgentoilette das gleichzeitige Reinigen des Badezimmers. Am Ende des Videos verschwimmen Tag und Nacht, Anfang und Ende des Tages, Ursula kommt nach Hause vom Putzen, frühstückt allein in Ruhe für einen Moment, um dann sofort wieder das Haus zu verlassen. Ein Leben, in dem die fortgesetzte Reproduktionstätigkeit zur Existenzweise geworden ist.

 

L'artiste polonais Artur Zmijewski suit Ursula dans son quotidien de femme de ménage et de mère de famille. Un quotidien rythmé par des tâches ménagères et professionnelles qui se confondent, ponctué de gestes répétitifs mécaniques et effectués en silence.

Publié le 26 septembre 2011 à 10:43 De ARTE CREATIVE

EN As Ciprian Muresan explained in an interview with Art Review the key to understand this piece of art is given by its title - "The Pioneer" - with which he makes a reference to recent Romanian history and the switch from a communist to a capitalist system. "Pioneers" was the name given by the old system to the pupils it tried to indoctrinate within its rigid and highly ideological school system. By re-using a title that was thought to have vanished alongside this old system, the artist tries to question if there really was such a big change, a radical break with the past, or if maybe there is a lot more continuity between the pioneers of the past and the glue sniffing youth of the present then we would like there to be...

Find the full interview at http://www.artreview.com/profiles/blogs/project-space-ciprian-muresan

DE Wie Ciprian Muresan in einem Interview mit Art Review erklärt hat ist der Schlüssel zum Verständnis dieses Werkes sein Titel. "The Pioneer" (Der Pionier) stellt einen Bezug her zu der neueren rumänischen Geschichte und den Übergang vom Kommunismus zum Kapitalismus. "Pioniere" war im alten System der Name der Schüler, die es in seinem strengen und hochideologischen Schulsystem zu indoktrinieren versuchte. In dem er einen Titel erneut benutzt welchen man zusammen mit dem alten System verschwunden glaubte, stellt Ciprian Muresan die Frage ob es wirklich einen großen Bruch, eine große Umwälzung zwischen Vergangenheit und Gegenwart gab, oder ob zwischen den Pionieren der Vergangenheit und den klebstoffschnüffelnden Jugendlichen der Gegenwart wesentlich mehr Kontinuität besteht als uns lieb ist...

Finden Sie das vollständige Interview unter: http://www.artreview.com/profiles/blogs/project-space-ciprian-muresan

FR Comme Ciprian Muresan l'a expliqué dans une interview à « Art Review », la clé pour comprendre son oeuvre, c'est son titre : « Le Pionnier ». Il fait référence à l'histoire roumaine récente et au passage du régime communiste au régime capitaliste. « Les pionniers », c'était le nom que l'on donnait autrefois aux élèves endoctrinés dans un système scolaire rigide et très idéologique. En réutilisant ce terme qui avait presque disparu, l'artiste questionne la réalité du changement : a-t-on vraiment rompu avec le passé ou y a-t-il une continuité entre les pionniers d'autrefois et les adolescents d'aujourd'hui qui sniffent de la colle ?

Trouvez l'interview ici: http://www.artreview.com/profiles/blogs/project-space-ciprian-muresan


Publié le 30 août 2011 à 12:15 De ARTE CREATIVE

John Giorno (*1936 in New York, lebt in New York) gilt als Begründer der Performance Poetry und ist eine der Schlüsselfiguren der New Yorker Beat Generation. Bekannt wurde Giorno durch seine Rolle in Andy Warhols Film Sleep (1963/64). 1965 gründete er das Label Giorno Poetry System und veröffentlichte LPs, CDs, Videos und Filme u. a. von  William S. Burroughs, John Ashbery, Ted Berrigan, Patti Smith, Laurie Anderson, Philip Glass, Robert Rauschenberg und Robert Mapplethorpe. Eine von Giornos legendärsten Aktionen ist DIAL-A-POEM (1968), ein Experiment zur Untersuchung der Massenkommunikation, bei dem täglich wechselnde Gedichte (700 von 55 DichterInnen) auf Anrufbeantwortern abgefragt werden konnten. 1970 wurde diese Arbeit im Museum of Modern Art New York gezeigt. Giornos künstlerischer Ansatz wurde von der späteren Industrial Culture aufgenommen und weiterentwickelt. Platten (Auswahl): You're the Guy I Want To Share My Money With (1982), The Nova Convention (1979), Big Ego (1978), Art by Telephone (1969), Smack My Crack (1987). Ein Ausstellungsprojekt in Zusammenarbeit mit Zipp - deutsch-tschechische Kulturprojekte, eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes Ugo Rondinone (*1964 in Brunnen /CH, lebt in New York) zählt zu den einflussreichsten Künstlern unserer Zeit. Bekannt ist er vor allem für seine hyperartifiziellen Rauminstallationen, in denen er die Ausstellungsräume in Bühnenbilder verwandelt und die BetrachterInnen in die Rolle von SchauspielerInnen versetzt. Seine komplexen Installationen bewegen sich zwischen Pop und tiefgründigem Minimalismus. 2007 vertrat er die Schweiz auf der Venedig Biennale. Einzelausstellungen (Auswahl): Museo de Arte Contemporáneo de Castilla, Léon (2009); Sculpture Center, New York (2008); Palais de Tokyo, Paris (2007); Whitechapel Gallery, London (2006); Museum für Zeitgenössische Kunst, Sydney (2003); Kunsthalle Wien (2002); P.S.1, New York (2000); Migros Museum für Gegenwartskunst, Zürich (1996); ARC Musée d´art Moderne de la Ville de Paris (1995).

Publié le 3 août 2011 à 10:40 De ARTE CREATIVE

DE Ansatzpunkt für Chisa / Tkácovás Video ist die Schlussfolgerung des 1912 von der französischen Futuristin Valentine de Saint-Point verfassten Manifests Manifesto of Futurist Woman, in dem sie Frauen dazu aufruft, zu ihren Instinkten zurückzukehren und ihre Macht über Männer auszuüben. Chisa / Tkácová inszenieren und dokumentieren eine Gruppe von Majoretten, die den Schlussteil des Manifests in Semaphore, einer Signalsprache aus der Schifffahrt, aufführen. Die Künstlerinnen spielen mit einer Vielzahl von Referenzen und Übersetzungen. Der Text einer Autorin, die eher für eine weibliche als für eine feministische Kultur eintritt, wird in eine Sprache übertragen, die als Teil einer im Verschwinden befindlichen Tradition nur von einer beschränkten Zahl von Menschen verstanden wird, die zugleich aber auch aus einem männlich konnotierten Bereich stammt, während die Majoretten dem dekorativen Rollenbild entsprechen, die Frauen in konservativen Gesellschaften zugeschriebenen wird. Durch die Betonung des Fremden und dem Spiel von Übersetzungen soll die Alterität in ihren verschiedenen Ausformungen dekonstruiert werden.

EN The starting point for Chisa / Tkácovás's video is the concluding part of the Manifesto of Futurist Woman written 1912 by the French Futurist Valentine de Saint-Point, in which women are called upon to return to their instincts and exert their power over men. Chisa / Tkácová are staging and documenting a group of majorettes performing this concluding part in semaphore, the naval sign system. The artists are playing with multiple references and translations. Thus, the text of a writer who advocated the feminine rather than feminist culture is transmitted through a language that is only recognizable by a limited category of people and circumscribed to a slowly dying tradition, but which also belongs to one of the long-established male occupations in the same way that majorettes are seen as fulfilling the decorative role ascribed to women in conservative societies. Accentuating one's otherness, as the artists say, becomes in this case a deconstruction of alterity, in its different perceptions, and also a game of translation.

FR Le point de depart des vidéos de Chisa/ Tkácovás, c'est la conclusion du Manifeste des Femmes Futuristes écrit en 1912 par la futuriste française Valentine de Saint-Point, dans lequel les femmes sont appelées à revenir à leurs instincts premiers et à exercer leur pouvoir sur les hommes. Chisa/ Tkácová mettent en scène à la manière d'un documentaire un groupe de majorettes qui performent cette conclusion en sémaphore, le système de signes navals. Les artistes jouent avec de nombreuses références et traductions. Par conséquent, le texte de l'écrivain qui défend le féminin plutôt que la culture féministe est retransmis à travers un langage seulement reconnaissable par une catégorie limitée de gens, et circonscrit à une tradition qui se meurt doucement, mais appartient également à l'une des occupations les plus masculines, de la même façon que les majorettes sont uniquement perçues comme des objets décoratifs illustrant bien le rôle des femmes dans les sociétés conservatrices. Accentuer notre part d'altérité, comme le dit l'artiste, devient dans ce cas une déconstruction de l'altérité, dans ses différentes perceptions, et aussi un jeu de traduction.


Anetta Mona Chisa / Lucia Tkácová - Manifesto of Futurist Woman (Lets Conclude)
2008

Videoinstallation, 11:13 min, Farbe, Sound
Video installation, 11:13 min, color, sound

Sammlung n.b.k. Video-Forum, Berlin
Collection n.b.k. Video-Forum, Berlin

Publié le 1 juillet 2011 à 08:41 De Mia Turouse


"Von den frühern Video-Bändern Paiks sind heute nur wenige zugänglich. (...) Einer der raren Adressen ist das Video-Forum des Neuen Berliner Kunstvereins (n.b.k.), die neben einigen späten Bändern auch ganz frühe wie Mayor Lindsay (1965) und Early Study (1966) in seiner Sammlung verwahrt. Beide Bänder enthalten gestörte Mitschnitte von Fernsehsendungen. Das im November 1965 aufgenommen Mayor Lindsay-Band beinhaltet eine sehr kurze, sich wiederholende Sequenz mit dem New Yorker Bürgermeister John Lindsay, der sich unmittelbar nach seiner Wahl den Journalisten zeigt. Die Einstellung gibt das lächelnde Gesicht wieder, er hebt winkend die Hand, das Bild gefriert. Diese Sequenz - ursprünglich war es eine Schleife - wird ein paar Minuten lang wiederholt".

Aus: Edith Decker, Paik, Video, Köln: Dumont 1988 (basierend auf ihrer Dissertation an der Universität Hamburg, 1985)

« Il ne reste aujourd´hui que peu des premières vidéos de Paik. Le Neue Berliner Kunstverein (n.b.k.) est une des rares adresses qui gardent dans sa collection en plus des bandes tardives et aussi des toutes premières comme Mayor Lindsay (1965) et Early Study (1966). Chacune des deux bandes ont de mauvaises coupures dues aux émissions de télévision. La bande Mayor Lindsay qui a été eregistrée en novembre 1965 contient une séquence répétitive très courte avec le maire de New York, John Lindsay, qui se montre aux journalistes directement après son élection. La mise au point donne de nouveau un visage souriant, il agite la main et l´image se bloque. Cette séquence - qui autrefois était en boucle- sera répétée pendant quelques minutes. »

Tiré de: Edith Decker, Paik, Video, Köln: Dumont 1988 (basée sur une dissertation de l´Université de Hamburg, 1985)

Publié le 1 juin 2011 à 12:06 De Pascale

DE Elke Kruse (*1958) ist Musikerin und Künstlerin. Ab 1982 war sie unter dem Pseudonym Käthe Kruse Drummerin bei der Kultband "Die Tödliche Doris" (1980-87). Sie lebt in Berlin.

FR Elke Kruse est musicienne et artiste. En 1982, sous le pseudonyme Käthe Kruse, elle devient la batteuse du groupe culte "Die tödliche Doris"(1980-87). Elle vit à Berlin.

EN Elke Kruse, born 1958, musician and artist. Since 1982 she was known under her pseudonym Käthe Kruse as drummer of the cultic band "Die Tödliche Doris" (1980-1987). She lives in Berlin.

Publié le 4 mai 2011 à 12:41 De Mia Turouse



"Konzeptuelle Cartoons tatsächlicher Konzeptkunst" nannte Joseph Kosuth die Werke seines Künstlerkollegen John Baldessari Ende der 60er Jahre und führte diesen nur in Klammern in einer Erklärung zur Konzeptkunst auf. Baldessari ist ein Grenzgänger, ein Regelbrecher, der einen eigenwilligen Weg der Dekonstruktion künstlerischer Positionen verfolgt. Den ernsthaften Konzeptkünstlern seiner Zeit setzt er Humor und Ironie entgegen. Auch das Video "I Am Making Art" aus dem Jahr 1971 kratzt an den Grundfesten künstlerischer Traditionen, entmystifiziert sie, spielt ironisch mit Anleihen von Body Art, Performance und Prozesskunst.

Was ist Kunst? Was unterscheidet eine künstlerische Tätigkeit von einer alltäglichen? Was macht den Wert künstlerischer Arbeit aus? Baldessari fordert den Betrachter mit seinem Video "I Am Making Art" heraus, provoziert ihn mit einfachen Mitteln, direkt und voraussetzungslos. Der Film in Schwarzweiß zeigt den Künstler in einem kargen, weiß gestrichenen Raum. Über 18 Minuten lang führt Baldessari in Echtzeit eine Abfolge hölzerner Bewegungen aus. Er biegt seinen Rumpf, dreht sich ungelenk um die eigene Achse, reckt die Arme und lässt sie in marionettenhaften Gesten wieder senken. Nach jeder der Bewegungen spricht er den Titel des Videos in einem monotonen Singsang. "I Am Making Art", "I Am Making Art", es scheint, als versuche er sein Publikum, aber auch sich selbst von der Richtigkeit der Aussage zu überzeugen. Auf den ersten Blick mag "I Am Making Art" banal wirken, wie filmische Gehversuche eines Amateurs, dann aber entlarvt der Exzess der Endlosschleife die Hintergründigkeit Baldessaris, mit der er neue Positionierungen von Kunst auslotet.
Baldessari, der 1931 in Kalifornien geboren wurde, sieht sich nicht als Konzeptkünstler, nicht als Medienkünstler. Er wehrt sich gegen jegliche Etikettierungen seines Schaffens. Seine künstlerische Karriere begann er mit der Malerei, doch 1970 bereitete er dieser mit einem rituellen Akt ein Ende: Im "Cremation Project" verbrannte er all seine Gemälde, die er zwischen 1953 und 1966 geschaffen hatte. Fortan ging es ihm primär um das Wechselspiel zwischen Bild und Text. In seinen Werken arbeitet er mit Sprache und Bildern, mit Fotografie, Malerei und Videos. Sprache und Bild sind für ihn jeweils spezifisch in Wirkung und Gehalt und damit gleichsam unvollkommen. Die Unzulänglichkeiten der Medien versucht er auszugleichen, indem er beide benutzt.

Ende der 60er Jahre wandte sich Baldessari dem Film zu. Als Medium wählte er zunächst den Super-8-Film und damit bewusst eine Technik der Amateure. Inhaltlich spielte er mit Codes des Kunstsystems, behandelte konkret den Prozess des Malens und stellte sich gleichzeitig ästhetisch auf eine Ebene mit den Hobbyfilmern von Geburtstagsfeiern und Hochzeiten. Es entstanden Videos von wenigen Minuten, zwischen Lehrfilm und bewusst gewähltem Dilettantismus.
Auch "I Am Making Art" pendelt zwischen diesen Polen. In der ständigen Wiederholung klingt ein didaktischer Ton an, der gleichzeitig durch die Überzeichnung ironisch gebrochen wird. Das Thema der Lehr- und Lernbarkeit von Kunst zieht sich wie ein roter Faden durch das Werk Baldessaris, der selbst lange Zeit in der Lehre arbeitete. "I Am Making Art" ist ein Beispiel von vielen, seien es Baldessaris cartoonartige Bilder, die die Regeln künstlerischer Praxis vorsätzlich missachten, seine Schriftbilder, in denen er etwa jungen Künstlern Ratschläge gibt, wie sie gut verkäufliche Werke schaffen, oder auch das Video "I Will Not Make Any More Boring Art", entstanden im selben Jahr wie "I Am Making Art", in dem er eben diesen Satz - wie bei einer Strafarbeit in der Schule - wieder und wieder auf ein Blatt Papier schreibt.


von Beate Scheder

Publié le 30 mars 2011 à 10:35 De Aurélie

Peu après les attaques terroristes du 11 septembre 2001, le philosophe slovène Slavoj Zizek s'est exprimé pour évoquer une perception différente de l'acte terroriste. Alors que les new yorkais étaient touchés de plein fouet par la violence des destructions, pour le reste du monde, et en tous cas pour "ceux qu'Hollywood a dépravés", la rediffusion en boucle de l'effondrement des tours jumelles prenait un aspect très cinématographique - ils ne pensaient "qu'aux scènes à couper le souffle des films catastrophes"[1].
Plus encore : au regard de scénarios de films comme New York 1997 ou Independence Day, Slavoj Zizek diagnostique une récupération "manifeste et libidineuse" de la menace terroriste, dont l'existence nous était connue par les média et leurs alertes incessantes.

La vidéo "The Last News" coproduite en 2002 par Reynold Reynolds et Christophe Draeger semble adopter cette vision culturo-psychologique des événements. Avec comme cadre un studio de télévision fictif, Reynold Reynolds et Christoph Draeger mènent tous les fantasmes hollywoodiens de destruction dans cette sorte de "best of" des films catastrophes à l'explosion ultime. C'est par des moyens artistiques qu'ils essaient d'accéder au noyau de cette production cinématographique-là, celle-là même qui fait inexorablement avancer l'industrie de "la pornographie du désastre"[2].

La vidéo qui à l'origine fait partie d'une installation de grande envergure prévue pour la Biennale de Turin, prépare le spectateur à ce qui va suivre, en parodiant les signaux visuels d'une chaîne d'information: les effets de miroir métalliques, les reflets lumineux, les anneaux tournoyants suggèrent une pièce où à l'arrière plan, les contours stylisés des continents se déplacent en flottant. Sur "MSNBC 24-hour Disaster and Survival News Channel", "la Chaine des Désastres et de la Survie, 24h sur 24", un présentateur surexcité annonce la destruction de Buckingham Palace, à Londres, suite à une explosion. Effectivement, on aperçoit derrière lui, une vue nocturne du Palais de Westminster et de sa célèbre tour qui explose au ralenti, quelques instants plus tard.

Pendant les 13 minutes que compte la vidéo, une vague de destruction et de violence s'abat en direct sur le monde : à New York, le sommet du Chrysler Building s'écrase dans les rues étroites, l'Empire State Building est touché et l'avion du Président a été détourné par des terroristes. Progressivement, le présentateur monte en puissance : "Mesdames et Messieurs, vous êtes les témoins de l'Histoire !"
Avec "l'opération strikeback", l'occident entame finalement une série de représailles nucléaires contre des terroristes inconnus. C'est à cela que va ressembler la prochaine guerre mondiale? L'image s'affaiblissant, le ton de la satire médiatique se fait plus pessimiste. Le danger de l'extinction de l'individu est bien réel. Au moment même de la création de cette vidéo, Jean Baudrillard expliquait dans un entretien : "il n'y a plus de front ou de ligne de démarcation. L'ennemi est au coeur de la culture qui le combat. D'une certaine manière c'est ainsi que se joue la quatrième guerre mondiale : pas entre des peuples, des états, des systèmes ou des idéologies, mais le genre humain, face à lui-même"[3]. Cette sombre certitude résonne aussi en marge du malaise culturel généré par "The Last News" et en fait son actualité. La crise se poursuit dans toute sa complexité.

Texte: Kito Nedo

[1] Slavoj ZIZEK : Willkommen in der Wüste des Realen, Die Zeit, 39/2001, www.zeit.de.
[2] Magdalena Kröner : Political landscapes. Eine Ortsbeschreibung. In : Kunstforum International. Volume 189, janvier-février 2008, p. 55.
[3] Jean Baudrillard : "Das ist der vierte Weltkrieg". Entretien, Der Spiegel, 3/2002.
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Direktor Marius Babias und die Kuratorin Kathrin Becker stellen einmal im Monat ein Schlüsselwerk der Videokunst vor. Marius Babias, directeur du centre d´art berlinois Neuer Berliner Kunstverein, et Kathrin Becker, directrice du Video-Forum, présentent une fois par mois une oeuvre majeure de l´art vidéo. Marius Babias, the director of the Neuer Berliner Kunstverein, and curator Kathrin Becker present a key work of video art each month.

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